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Österreich hat zu wenig Impfstoffe - keine Entspannung für Sommer in Sicht

FPÖ-Bundesparteiobmann Hofer: "AstraZeneca-Debakel führt zu Absagen von Impfterminen - andere Impfstoffe sind knapp."

Österreich hat zu wenig Impfstoffe - keine Entspannung für Sommer in Sicht - FPÖ-Bundesparteiobmann Hofer: "AstraZeneca-Debakel führt zu Absagen von Impfterminen - andere Impfstoffe sind knapp."

Foto: FPÖ

FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer geht davon aus, dass es aufgrund der Knappheit von Impfstoffen in Österreich nicht zu der von der Bundesregierung versprochenen „Normalität“ im Sommer kommen wird. Das Debakel rund um jenen Impfstoff, auf den Österreich bei seiner Bestellung primär gesetzt hatte, führe zu einem Vertrauensverlust und zu einer Absage von Impfterminen. Vor allem bei jungen Frauen dürfte AstraZeneca in einigen Fällen zu letalen Komplikationen führen. Bei der ersten Dosis dürften die Nebenwirkungen nicht vernachlässigbar sein. Das habe sich auch bei impfwilligen Österreichern längst herumgesprochen. Doch es gebe zu wenige Alternativen. Hofer: „Daher kann ich nur empfehlen, dass Österreich selbst die notwendigen Schritte zur Zulassung von Sputnik V setzt und sich nicht schon wieder auf die Europäische Union verlässt. Letztendlich wurde AstraZeneca auf genau dieser Ebene geprüft und zugelassen. Dabei ist es offensichtlich zu Fehlern gekommen, die nicht nur dem Zeitdruck geschuldet waren.“

Österreich in der EU isoliert

 

Dass die Europäische Union Österreich jetzt die kalte Schulter bei der Zuteilung von zusätzlichen und dringend benötigten Impfstoffen zeige, sei eine zu erwartende Reaktion darauf, dass der vielzitierte Babyelefant in den letzten Wochen nicht als Abstandshalter im Einsatz, sondern im vielzitierten Porzellanladen unterwegs war. Österreich sei auf EU-Ebene zunehmend isoliert und habe es verabsäumt, haltbare und stabile Allianzen zu schmieden. „Das hat reale Auswirkungen auf die Lebenssituation in Österreich. Es gibt keine Staatsmänner in dieser Bundesregierung. Das haben übrigens auch die jüngsten Chat-Protokolle gezeigt“, betont der FPÖ-Obmann.

Menschen zu weiteren Maßnahmen befragen

 

Hofer geht davon aus, dass es aufgrund des Impf-Debakels und der Tatsache, dass die Bundesregierung wegen permanent widersprüchlicher Aussagen zur Gestaltung der oft genannten "nächsten Wochen" die Menschen bei der Pandemiebekämpfung verloren hat, zu keiner Normalität im Sommer kommen wird. „Ich kann nur einmal mehr unterstreichen, dass der 'Lockdown', auch wenn er 'Osterruhe', 'Pfingstpause' oder 'Sommerkoma' heißen wird, nicht mehr unterstützt wird. Daher wäre es klug, die Österreicher im Rahmen einer Konsultation einzubinden und zu den Maßnahmen zu befragen. Ich persönlich bin dafür, öffentliches Leben mit klaren Regeln zu gestalten und die Menschen nicht in den Schatten zu drängen. Ich akzeptiere aber jedes andere Ergebnis, das bei einer solchen Konsultation herauskommen könnte. Abgefragt werden muss jedenfalls, ob weitere 'Lockdowns' überhaupt mitgetragen werden, ob Gastronomie, Hotellerie und Kulturbetriebe unter Regeln offen sein sollen oder ob ein „grüner Pass“ akzeptiert werden würde. Denn hier stellen sich ernsthafte Probleme rund um den Datenschutz, und auch die WHO empfiehlt einen solchen Pass nicht. Er würde falsche Sicherheit geben“, unterstreicht Hofer.

Pensionierte Fachkräfte reaktivieren

 

Der FPÖ-Bundesparteiobmann geht weiters davon aus, dass die Fallzahlen - wie von den Modellrechnungen vorhergesagt - Mitte April bei rund 6.000 liegen könnten. Er fordert daher dringend eine Ausweitung der Kapazitäten in der Intensivbetreuung und schlägt vor, pensionierte Ärzte und Pfleger in den Dienst zurückzubitten: „Es geht nicht nur um Betten, sondern auch um Personal, und ich kann nicht verstehen, warum nach einem Jahr Pandemie keinerlei Anstrengungen zur Ausweitung der Kapazitäten unternommen wurden, um die Spitzen in und nach sogenannten Wellen abzudecken. Auch die Heeresspitäler sind endlich wieder zu reaktivieren. Auch hier kann man zusätzlich auf pensioniertes Personal und Kräfte aus der Miliz setzen.“

Gesundheitsministerium heillos überfordert

 

Der erhoffte „Gamechanger“ in der Pandemie wird für Hofer nicht alleine der Impfstoff sein, weil mit weiteren Mutationen zu rechnen sein wird. Er hofft auf eine baldige Zulassung eines Medikamentes zur Abmilderung der durch Corona verursachen Symptome. Damit werden Krankenhausaufenthalte und iintensivmedizinische Behandlungen nur noch in Ausnahmefällen notwendig sein. Österreich könnte dabei führend sein, von der heimischen Politik gibt es bis dato dafür aber weder die gebührende Aufmerksamkeit, noch die angemessene Unterstützung. Das sei nicht nur das Schicksal des Propheten im eigenen Land, sondern Ergebnis einer durch Unwissenheit und Überforderung verursachten Ignoranz, die von der Spitze des Gesundheitsministeriums ausgehe.

Warum keine Immunitätsstatus-Erhebung?

 

Zu guter Letzt fordert Hofer auch eine bundesweite Erhebung des Immunitätsstatus im Land: „Die Politik kann ihre gesundheitspolitischen Maßnahmen nicht alleine aufgrund von Fallzahlen oder Inzidenzen setzen. Wir müssen auch wissen, wie viele Menschen in einer Region bereits Antikörper aufweisen oder eben noch aufweisen. Es erschließt sich mir nicht, warum man darauf bisher verzichtet hat. Die Bundesregierung ist in schwierigem Gelände und dichtem Nebel lediglich mit einem Taschenkompass unterwegs. Das kann nicht gutgehen. Wir stolpern auf einen Abgrund zu. Und zwar nicht nur im Rahmen der Gesundheitspolitik , sondern auch wirtschaftlich, sozial, budgetär und gesellschaftspolitisch. Die nächste Bundesregierung wird ein schweres Erbe zu übernehmen haben - und zwar früher, als man bisher erwarten konnte.“

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