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17. Juni 2020 | Pensionisten, Gesundheit

Kontrollen in Seniorenheimen brachten Verbesserungen für Bewohner

FPÖ-Seniorensprecherin Ecker: "Besuche der Volksanwaltschaft zeigen, dass noch vielfach Verbesserungen nöltig sind, etwa bei Freiheitsbeschränkungen oder Gewaltprävention."

Die Seniorensprecherin der FPÖ, Rosa Ecker, zeigte in ihrem Debattenbeitrag am heutigen Mittwoch im Nationalrat die Wichtigkeit der Kontrolle durch die Volksanwaltschaft auf. „Diese Überprüfungen geben uns die Möglichkeit, zu reagieren, zu evaluieren und positive Veränderungen vorzunehmen, so wie dies unter anderem auch durch die Kontrollen in Seniorenheimen der Fall war. So wurden etwa die Frühstückszeiten von 7.00 Uhr bis 10.00 Uhr oder eine kleine Jause spätabends danach ebenso ermöglicht wie wöchentliche Abendprogramme mit Musik, Tanz, Spielen und Vorlesen auf den Stationen", betonte Ecker.

Lebensqualität im Alltag verbessern

Ebenfalls reagiert wurde in Einrichtungen darauf, dass der Zugang zu Terrassen stufenlos wurde und mit automatischen Drehtüren zu Garten und Ausgang den Senioren die eigene Mobilität erleichtert wurde. Solche Dinge sollten Standard sein, also eine Selbstverständlichkeit. Diese kleinen Adaptierungen und Änderungen bedeuten für ältere Menschen in diesen Häusern ein großes Stück Lebensqualität. Es sei aber durchaus nötig, dass die Kommission mehrere Male Folgebesuche macht, denn trotzdem sind noch immer Mängel etwa in der Ernährung oder bei der Dekubitus-Prophylaxe festzustellen. „Ja, wo Menschen arbeiten, passieren Fehler, weder böswillig und auch nicht absichtlich“, so die FPÖ-Seniorensprecherin.

Wünsche nach mehr Kontakt nach außen

„Bereits vor der Corona- Pandemie und den nötigen Maßnahmen wurden von Bewohnern die Wünsche nach mehr Kontakt nach Außen, etwa nach Ausflügen, geäußert. Nach wie vor – das zeigt der aktuelle Bericht – gibt es Vorgänge, die als freiheitsbeschränkend wahrgenommen werden müssen wie sedierende Medikamente, kein Zugang ins Freie auf Grund von Personalmangel, aber auch jede Fahrt vom Heim zum Arzt und retour, die vom Bewohner selbst bezahlt werden muss", so Ecker.

Quarantäne und versperrte Eingangstüren

Es sei sicher, dass genau diese Thematik der Freiheitsbeschränkungen im nächsten Bericht im noch höheren Ausmaß festgestellt werden wird. "Immerhin wurden, etwa nach einem Krankenhausaufenthalt, im Heim dann 14 Tage Quarantäne vorgeschrieben, aber auch Eingangstüren versperrt, sodass ein Verlassen der Häuser nicht möglich war. Kein Spaziergang im Garten, kein Einkaufen, kein Besuch – nicht einmal für jene, die bereits von Covid genesen waren“, bewertete Ecker dies als „Maßnahmen im Namen der Gesundheit“. Aber man hat den Bewohnerinnen und Bewohnern die Selbstbestimmung, das Recht auf selbstständiges Entscheiden, die Bewegungsfreiheit und somit die Freiheit genommen.

Umgang mit Gewalt und Aggression

Bezugnehmend auf den kürzlich stattgefundenen internationalen Welttag gegen Diskriminierung und Misshandlung älterer Personen (15. Juni) zeigte die oberösterreichische Abgeordnete hinsichtlich des Volksanwaltschaftsberichts das Thema „Umgang mit Gewalt und Aggression in Pflegeeinrichtungen“ auf. „In Oberösterreich, Salzburg, der Steiermark und Kärnten fehlen nach wie vor Qualitätsleitlinien bzw. Qualitätsstandards zu Gewaltprävention und Deeskalations-Management. Die Landesregierungen sind aufgefordert, hier rasch nachzubessern. Wir müssen alles daransetzen, um der älteren Generation einen Lebensabend in Würde ohne Gewalterfahrung zu gewährleisten“, hob Ecker abschließend nochmals die Wichtigkeit der präventiven Kontrollen durch die Volksanwaltschaft hervor.

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